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Aktuelle Seite: Startseite | Artothek begleitet Ausstellung des Künstlerforums Schaufenster im Stadthaus Am Herriger Tor
Druckgrafik
Seit über 8oo Jahren gibt es in Europa die Möglichkeit, Bilder zu vervielfältigen. Die Erfindung einer druckgrafischen Technik wird immer getragen von einem bestimmten künstlerischen Willen. Die Absichten in den aufeinander folgenden Kunstepochen waren sehr unterschiedlich: so brauchte etwa die Kirche im Mittelalter viele Tausend Ablassbriefchen zum Sündenerlass: der Holzschnitt wurde zum ersten Massenmedium.
Ein in der Renaissance wachsender Wille zur Darstellung von Mensch und Raum in Perspektive und Proportion ließ den Kupferstich entstehen; in Deutschland kennen wir hier als berühmteste Interpreten Martin Schongauer und Albrecht Dürer. Die Radierung wurde in der ausgehenden Renaissance und dann vor allem im Barock zum bevorzugten Ausdrucksmittel dramatischer hell/dunkel Bilder; Rembrandt ist hier zu nennen.
Im 19. Jahrhundert findet die Zeit des Impressionismus ihre farbbetonte, malerische Ausdrucksform in der Lithografie. Der Siebdruck schließlich (außereuropäisch bereits vor über 2000 Jahren in Ostasien erfunden) bietet der konstruktiven Kunst im frühen 20. Jahrhundert und später der Optical Art alle Möglichkeiten zur geometrischen Verarbeitung exakter Linien und satter Farbflächen.
Diese wenigen Zeilen sind natürlich nur ein aller erster Kratzer an einem sehr komplexen Thema.In der Artothek können Sie sich eine vielfältige Grafiksammlung all dieser drucktechnischen Varianten ansehen. Die Stadtbücherei wartet mit einem schönen Bestand an Literatur zur Vertiefung des Themas auf.
Nachstehend finden Sie einige ausgewählte Titel als Anreiz, mehr zum Thema zu erfahren. Alle genannten Bücher können Sie in der Stadtbücherei einsehen und entleihen.
Gisela Baumann-Hille
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